Reutlingen- Ost
Östlich von Reutlingen erstreckt sich ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet. In diesem von Menschen eher schwach frequentierten Gebiet leben noch viele verschiedene, seltene Reptilien- und Amphibienarten.
Der Verein RANA e. V. kümmert sich aktiv um Waldeidechsen, Zauneidechsen, Ringelnattern, Grasfrösche, Erdkröten, Gelbbauchunken und mehrere Molcharten.
In diesem Gebiet wurden zahlreiche neue Kleingewässer für die Gelbbauchunke und andere Arten angelegt.

Leider wird dieser schöne Lebensraum im Norden durch die viel befahrene Bundesstraße B 28/313 für wandernde Tiere unwiderruflich unterbrochen. Das Queren der Straße hat mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tod durch den Straßenverkehr zur Folge.
Ohne Wanderung ist ein Genaustausch zwischen benachbarten Populationen nicht möglich. Die Folge wäre eine Verarmung des Genpools.
Außerdem könnten Neu-Besiedelungen in geeigneten Lebensräumen nicht mehr stattfinden.

Biotopverbund von der Alb bis zum Neckar
Der Verein RANA e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Missstände zu beheben.
Für den Biotopverbund ist es wichtig, Wanderhindernisse zu beseitigen und Trittsteinbiotope zwischen den voneinander getrennten Populationen zu schaffen.
Eine Querung der Straße wäre unter einer bestehenden Brücke möglich. Um möglichst viele Wanderer auf den richtigen Weg unter der Straße zu führen, sollten entlang der Hauptstraße Leiteinrichtungen installiert werden.
Durch die Schaffung natürlicher Verstecke und Kleinbiotopflächen wie einer Teichwanne für Amphibien entsteht an der Wanderstelle ein neues Laichgewässer als Trittsteinbiotop.
Der Abstand zwischen den Trittsteinbiotopen sollte 500–800 m nicht überschreiten.
In südlicher Richtung (Alb) wurden an einer Erddeponie weitere Laichbiotope als Trittsteine geschaffen. In nördlicher Richtung (Neckar) pflegt der Verein RANA e. V. zudem entlang des Reichenbachs einige Feuchtbiotope.

