Feuchtwiese Lichtenstein/ Unterhausen

Dieses einmalige Grundstück wurde am 26.04.2021 von RANA e.V. erworben.

Der basenreiche Standort dieser Feuchtwiese zählt zum FFH-Lebensraumtyp 33.22 (Nasswiesen der basenreichen Standorte der montanen Lage).

Kennzeichnend für diese Wiese ist der oberflächennahe Grundwasserspiegel, der eine nässetolerante Flora begünstigt.

Wiesenmulden, Sickerquellen und Nassgallen waren teilweise verfüllt.

Mithilfe von LEV-Geldern wurde die Nasswiese extensiv gepflegt. Dies wurde durch eine abschnittsweise späte Mahd mit dem Balkenmäher und das anschließende Abräumen des Mähguts erreicht.

So stellte sich eine bunt blühende Nasswiese mit vielen seltenen, standorttypischen Pflanzenarten ein.

Die teilweise verfüllten Wiesenmulden wurden wieder freigeräumt.

Waldeidechse, Feuersalamander, Grasfrosch, Bergmolch und Gelbbauchunke finden hier wieder einen Lebensraum. Für viele Insekten, wie beispielsweise Heuschrecken, stellt die Fläche ein wahres Eldorado dar.

Um die freie Einsicht in das Grundstück etwas zu begrenzen, wurde einseitig eine Benjeshecke angelegt.

Plan zur Mahd
Benjes-Hecke
Feuchtwiese in voller Pracht!
Sumpfdotterblume

Bachaue Unterhausen

Im Jahr 2018 und 2019 wurden von RANA e.V. vier zusammenhängende Grundstücke einer Bachaue in Lichtenstein/ Unterhausen käuflich erworben.

Charakteristische Eigenschaften von Au-Flächen sind, dass diese regelmäßig mindestens 1-mal im Jahr bei Hochwasser überflutet werden.
Die hier lebenden Tier- und Pflanzenarten haben sich an diese speziellen Lebensbedingungen angepasst.
Durch einmalige Mahd von Teilbereichen der Flächen wird gezielt die Sukzession unterbunden.
Die restlichen Bereiche bleiben sich selbst überlassen. So dürfen z.B. absterbende Bäume als stehendes Totholz bleiben.
Gefördert mit LEV* RT- Geldern wurden einige Kleinteiche von RANA e.V. angelegt.
Ringelnatter, Zauneidechse, Schlingnatter, Grasfrosch, Erdkröte und verschiedene Molcharten sind hier regelmäßig anzutreffen.
Viele verschiedene Insekten, Vögel und Kleinsäuger kann man hier beobachten.
Gewässerbegleitende Hochstaudenflur (35.42), Großseggenried (34.60), Nasswiese (33.20) und Auwald der kleinen Bäche/Flüsse (52.30) sind die Lebensraum Typen dieser Grundstücke.

*LEV-Landschaftserhaltungsverband

Teich wird angelegt
Teich im Winter
Winter Hochwasser
Admiral in der Bachaue

 

STREUOBSTWIESEN IN LICHTENSTEIN- UNTERHAUSEN

Seit 2016 hat RANA drei kleine Streuobstwiesen an einem steilen Osthang in Unterhausen erworben.
Streuobstwiesen sind typisch für unsere Gegend und Hotspots der Biodiversität. Durch die Kombination von Obstbäumen – vor allem alten Hochstammbäumen mit Baumhöhlen – und extensiv genutzten Wiesen bieten sie Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, darunter viele gefährdete Vögel, Fledermäuse, Insekten sowie Wiesenblumen und Kräuter. Beim Kauf waren unsere Streuobstwiesen weitgehend zugewuchert und die alten Hochstammobstbäume ungepflegt. Wir haben das Gebüsch bis auf wenige Ausnahmen, z. B. entlang der Wege, gerodet. Die alten Obstbäume erhalten wir, soweit es möglich ist, und sorgen durch einen Erhaltungsschnitt dafür, dass sie weiter am Leben bleiben und wieder austreiben. Außerdem haben wir junge Obstbäume mit alten Sorten (zum Beispiel Stuttgarter Gaishirtle) gepflanzt. Wo es gefahrlos möglich ist, lassen wir abgestorbene Bäume als Totholz stehen.

Neupflanzung Obstbäume

 

Die Wiesen werden einmal im Jahr, möglichst spät, wenn die Blumen und Kräuter ausgesamt haben, abschnittsweise mit dem Balkenmäher gemäht. Das Gras wird nach dem Trocknen abtransportiert, um die Wiesen abzumagern und artenreiche Mähwiesen zu erhalten. Dadurch haben die Wiesenblumen und Kräuter und damit die Insekten, insbesondere die Wildbienen und Heuschrecken, bereits deutlich zugenommen.

Thymian-Widderchen

 

An geeigneten Stellen haben wir weitere kleine Habitate geschaffen. So wurde beispielsweise an einer sehr steilen Wegböschung einer Wiese eine Trockenmauer aufgebaut, die bereits nach kurzer Zeit von Zauneidechsen angenommen wurde. Daraufhin wurde ein weiterer Steinriegel aufgeschichtet, der ebenfalls sofort von Zauneidechsen besiedelt wurde. Von älteren „Unterhausenern“ haben wir erfahren, dass es in ihrer Kindheit in dieser Gegend viele Schlangen gab. Wir sind gespannt, wann wir hier die ersten Schlingnattern beobachten können.

Trockenmauer

 

Wir halten bestimmte Wiesenabschnitte bewusst baumlos und sonnig, um wärmeliebenden Arten einen Lebensraum zu bieten. Um das Angebot für die Tiere weiter zu vergrößern, haben wir zudem spezielle Nisthilfen für Hornissen, verschiedene Vogelarten, Fledermäuse und Bilche angebracht.
Auf unseren Streuobstwiesen und den kleinen Biotopen konnten wir bisher folgende Tiere beobachten:
Zauneidechsen, Blindschleichen, Fledermäuse, Eichhörnchen, Füchse, Dachse, Marder, Siebenschläfer sowie viele Insekten, darunter Hornissen, Widderchen, Heuschrecken und Wildbienen.

Zauneidechse

 

Hohe Schlüsselblume, Echte Schlüsselblume, Ährige Teufelskralle, Johanniskraut, Bleiches Waldvöglein, Akelei, Wiesenstorchschnabel, Kartäusernelke und Knautie. Diese Liste ist nicht vollständig und wird laufend ergänzt.

 

 

 

 

 Heckengrundstück

Im Jahr 2021 wurde RANA ein seit Jahrzehnten ungepflegtes Grundstück an einem nach Süden exponierten, steilen Hang von einer Erbengemeinschaft geschenkt.
Im unteren Bereich handelt es sich um einen Teil einer alten, terrassierten Streuobstwiese. Davon zeugen noch heute die Geländemorphologie und mehrere alte Hochstammbäume (Kirsche, Apfel), ebenso wie eine gepflegte Streuobstwiese in der Verlängerung. Bei der Übernahme war das gesamte Grundstück ein unwegsames Heckendickicht, wie es bei den westlich angrenzenden Grundstücken immer noch der Fall ist. 

Heckengrundstück

 

Ziel der Erstpflege war es, vor allem die alles überwuchernden Schwarzschlehen und Feldahorne zurückzudrängen und mehr Licht für Blütenpflanzen und andere Sträucher zu schaffen. Dabei entdeckten wir die alten Obstbäume und eine markante, stattliche Kirschpflaume (Prunus cerasifera), die wir freistellten. Die Kirschpflaume bietet mit ihrer Blüte bereits Mitte März eine wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten, und ihre Früchte, die bereits Mitte August reifen, sind bei Vögeln, Igeln, Mäusen und Siebenschläfern begehrt.
Unser Ziel ist es, das Grundstück durch gezielte Gehölzpflege behutsam in eine arten- und blütenreiche Baumhecke inklusive der alten Obstbäume zu verwandeln und so einen vielfältigen Lebensraum zu schaffen.